Klimka-Aufführung

Ein fächer- und jahrgangsstufenverbindendes Projekt
am Wentzinger-Gymnasium, Freiburg
unter Mithilfe der Eltern

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Keine Theater-AG, sondern eine 6. Klasse mit 20 Schülerinnen und 11 Schülern als Theatertruppe und Chor, begleitet von einem Orchester mit Musikern aus zwei weiteren Klassen des Musikzuges unserer Schule, aus den Klassen 9 und 11! Ein waghalsiges Unternehmen, in das wir, die Deutschlehrerin und der Musiklehrer der Klasse 6b, uns stürzten.

Der Text des Singspiels erwies sich als langatmig, spröde und nicht mehr zeitgemäß. Die Verwandlung in eine vergnügliche Vorlage hat uns bis fast zum Aufführungstermi n beschäftigt. Das Szenario in groben Umrissen blieb natürlich erha lten:

Klimka, der Sohn der Gärtnersleute des russischen Grafen Kiriloff, kehrt nach zehn Lehr- und Meisterjahren nach Hause zurück. Er outet sich als Meisterdieb und fordert den Grafen, seinen Paten, frech heraus, drei Proben seiner Meisterschaft ablegen zu dürfen. Die beiden einigen sich darauf, dass Klimka zuerst das Lieblingspferd des Grafen, dann das Leintuch aus dessen Bett, den Ehering der Gräfin und schließlich die Gräfin selbst stehlen solle. Klimka setzt durch, dass er die Höhe des Lösegeldes für seine Diebesbeute bestimmen kann und verteilt die beachtliche Summe letztendlich unter die vom Grafen Kiriloff ausgebeuteten Bauern.

Ein russisches Märchen! Was lag da näher, als die Personen im "russischen Stil" zu kostümieren?

Der Freiburger Kostümverleih "funduz" war eine Fundgrube für Gewänder im Stile Katharinas der Großen und Iwans des Schrecklichen, die der adeligen Gesellschaft am Hofe des Grafen Kiriloff wohl anstanden.

Für die "Russenkittel" der Bauern sorgte die Winzergenossenschaft Waltershofen und für die Passform aller Kostüme eine Müttergruppe aus der Klasse 6b.

Der edle Kopf des Leibrosses Wassilissa war das Werk eines Vaters aus der Klasse, unter dessen Regie auch die Herstellung der Kulissen stand.

Die Schüler selber haben im Kunstunterricht die Masken für die Waldgeister modelliert, mit denen sie den Grafen im nächtlichen Wald ängstigten.

Der Choreographie der Tänze am gräflichen Hofe nahm sich die Sportlehrerin zusammen mit einer Schülerin der Klasse 11 an.

Ein halbes Jahr haben wir wöchentlich einmal mit den Schauspielern gearbeitet, ehe wir vier Tage vor der Aufführung erstmalig im Fritz-Hüttinger-Haus, dem neu eröffneten Bürgervereinszentrum Mooswald, alle Beteiligten beisammen hatten:

Das Orchester, das seit Beginn des neuen Schuljahres mehrmals die Woche probte, die kostümierten Schauspieler auf einer Bühne mit Kulissen, den Beleuchter, den Tonmeister und das Mädchen für alles, die Requisiteurin.

 

"Rien ne va plus" war die Erfahrung dieser Tage.

Die Aufführungen am 24. und 25. Oktober 1999, während derer die Eltern der Klasse 6b mit ausgesuchten Köstlichkeiten noch für das Wohl aller Gäste sorgten, haben dann alle unsere Erwartungen übertroffen.

 

Anne Hupperschwiller Heiner Cornelius