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BZ vom 22.408 Grundsteinlegung des neuen Traktes F

Nächstes Jahr geht’s ganztags rund

Gestern wurde der Grundstein gelegt: Die Wentzingerschulen bekommen einen Anbau in Passivbauweise für ihr Ganztagsangebot



WiwiliDas Untergeschoss steht schon, trotzdem wurde gestern der Grundstein für den Anbau der Wentzingerschulen am Seepark gelegt. Das 3,5 Millionen Euro teure Bauprojekt soll Raum schaffen für das Ganztagsangebot der beiden Schulen. Mit dem Realschulzweig rückt das vom Gemeinderat gesetzte Ziel näher, "an jeder Schulart mindestens ein Ganztagsangebot einzurichten" , so Oberbürgermeister Salomon. Die Stadt finanziert den Bau zu 70 Prozent, den Rest, 777 000 Euro, schießt das Land zu.

Lehrende der beiden Schulen, Schüler- und Elternvertreter, Landtagsabgeordnete und Gemeinderatsmitglieder, Vertreter der Bürgervereine, der zuständigen Ämter und der Presse, kurz: ganz schön viele Leute standen gestern vor den schon fertigen Mauern des Untergeschosses, als der symbolische Grundstein in eine Betongrube eingelassen wurde. Als die Bauarbeiten Ende Januar begonnen hatten, hatte es Terminschwierigkeiten gegeben, darum wurde der feierliche Baubeginn nun nachgeholt.

Der Leiter des Gymnasiums, Wolfgang Gillen, freute sich über den "Anfang eines neuen Kapitels der Schulgeschichte" und gleichzeitig über den "vorläufigen Schlusspunkt einer langen Entwicklung" . An deren Anfang hatte die Anfrage der Stadtverwaltung gestanden, ob man sich an den Wentzingerschulen einen Ganztagesbetrieb vorstellen könne. Es passte sehr gut, denn im Einzugsgebiet der Schule wohnen viele Doppelberufstätige und Alleinerziehende sowie Familien mit Migrationshintergrund, deren Kinder sehr von einer Ganztagesbetreuung profitieren können. Gleichzeitig passe das zum Motto der Schule: Man wolle, so Gillen, "allen Kindern eine Chance geben, wenn nötig, auch eine zweite" . Zustimmenden Applaus erntete ein "Wort des Unmuts" , das der Schulleiter an das Land richtete: Es wälze die finanzielle Last der längeren Schultage durch G 8 und der damit nötigen Erziehergehälter zu sehr auf die Kommunen ab. Diese könnten das nicht stemmen — auch wenn, wie Salomon ergänzte, die Schulen den wichtigsten Investitionsschwerpunkt des laufenden Doppelhaushaltes Freiburg bilden.

Der Anbau, der im nächsten Frühjahr fertig sein soll, ist das erste öffentliche Gebäude in Passivbauweise — wegweisend für Freiburg. Neue Wege gibt es auch bei der Planung des Mittagessens: Um frei zusammenstellbare Menüs anbieten zu können, müsse die Mensa schon mit entsprechend vielen Theken gebaut werden, so Schulbürgermeisterin Gerda Stuchlik. Bei der Planung wirken Lehrer und Schüler von Anfang bis Ende mit. Letztere sorgten auch für den Soundtrack zur Grundsteinlegung: Die Bläserklasse 6b versprach den anwesenden Gästen "We will rock you."

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