BZ vom 13.3.09 - Feierlicher Start der Sanierung

BZ vom 13.3.09 - Feierlicher Start der Sanierung

Trauer und Freude zum Baubeginn

Überschattet vom Amoklauf in Winnenden feierten die Wentzinger-Schulen gestern den Start der Sanierung ihres Gebäudes. Jahrelang hatte man auf diesen Anlass warten müssen, da das Projekt aus Geldmangel wiederholt verschoben wurde. Nun soll der Betonbau im Stadtteil Mooswald für 24 Millionen Euro rundum erneuert werden.

Am Tag nach dem dramatischen Ereignis in Winnenden konnte man an den Freiburger Schulen nicht einfach zur Tagesordnung übergehen. Lehrer diskutierten mit ihren Klassen über den Amoklauf, Schüler schrieben Gedichte in Kondolenzbücher und packten Trauerkoffer aus (siehe Seite 2). An den Wentzinger-Schulen war für diesen Tag eigentlich Freude pur angesagt gewesen. Stattdessen startete man die Feier zum Sanierungsbeginn mit einer Schweigeminute und gedachte den Opfern der Bluttat. Oberbürgermeister Dieter Salomon erinnerte sich in seiner Ansprache an seine eigene Schulzeit: "Wir sind nicht immer toll miteinander umgegangen." Weil Mobbing Außenseiter zu Gewalttätern machen kann, appellierte er an die Schüler, "lasst die Schwachen nicht durch den Rost fallen". Aber die Fröhlichkeit dürfe man sich nicht nehmen lassen. Die Sanierung der Wentzinger-Schulen sei schon lange überfällig gewesen. Der Betonkomplex am Seepark wurde Anfang der 70er Jahre gebaut.

Fröhliche Töne stimmten denn auch die Big Band des Gymnasiums und die Bläserklasse der Realschule an. Die Schulleiter Wolfgang Gillen und Heinz-Werner Brandes zeigten sich zuversichtlich, die Sanierungszeit meistern zu können. Damit der Schulbetrieb im Haus weiter gehen kann, müssen die Klassen in den kommenden vier Jahren zusammen rücken. Mit 600 Realschülern und 970 Gymnasiasten sind die Wentzinger-Schulen die jeweils größten ihrer Art in Freiburg. Vom kommenden Schuljahr an machen beide Schulen ein Ganztagsangebot, für das die Stadt einen 3,7 Millionen Euro teuren Neubau erstellt hat.