"Ein Weiser - Zum Abschied" von Referendar Chrisitan Mehrmann zum Abschied 2017

"Ein Weiser - Zum Abschied" von Referendar Christian Mehrmann

Ein Weiser

Zum Abschied


Es war einmal ein Weiser

Der war ein fescher Raither

Und ritt auf seinem Erharten Ross Brahmi, das war der Name, über die Kopp.


Der Weiser war ganz von der Ruhr, fast Schorr,

als plötzlich ein Mehrmann auf der Strasser stand.

Obwohl, es war eher ein Wegele, mehr noch als ein Gangotena.

Jedenfalls breiter als eine Gass-Bolm.


Du bist aber ein Föhner Chevallier, ganz Oppold,“

Sagte der Greiner, der war mal Müller gewesen.

Wie ein Mann aus dem Völkers machte er Töne der Freude: Quitzsch, Parr und Poyato, als er den Herzog sah.

Ja May, von da unten, Herring, von der Erdmann

Siehst’ viel Grösser aus. Wie mein Neff, der is auch so a Langer.

Komm doch mal a wenig Hutterer.“


Was, bist du ein Bayer oder Franke? Du Rollerst das ‚r’ so grausam.“

Naa, I bin Fey a Bernhardtiner.“

Aber was ist Boos los? Warum hältst du mich mitten auf der Almeling an?“

Der Greiner-Tegtmeier betrachtete das tolle Haar des Weiser.

Du hast ja eine fesche Bronstert-Matt!“

Du kannst mir mal den Bockel runterrutschen, du Bauer. Was willst du nun?“

Entschuldige, Föhner Raither,

Mir gefällt dein Hösl.“

Ach, du hast Konopka Ahnung. Und Mockierst dich auch noch. Gleich Knöpfler ich mir dich mal vor.“

Nein ehrlich, mit so einem Huber wird doch jeder Schulte-Frohlinde.

Und dieses Haueisen da an deiner Seite, ach, große Kunst.“


Verwirrt schaute der Weiser kurz auf sein Schwert und drehte sich dann genervt ab. Er wollte endlich weiter.

Der Müller indes, er gab ihm einen Zittel.

Hier, mein Hauptmann. Laiß!“

Lies! Heißt das. Sprich richtig, sonst Willig dir die Ohren langziehen.“


Weiser las und stieß hervor:

Bei Eva und Adamczewski!“ Es stand geschrieben:

Mein Rieber Bruder Marino,

mach dich auf zum Nonnenberg, bei Brehm,

da wohnt der Burger.

Der Burger, sein Haar ist Kraus, er ist Fischer Fischer Fischer und verkauft heuer wunderbare Lämmel. Da wird dir der Rothmund-Speidel.

Man sagt, er bliebe auf der Burghardt, wenn er die Lämmel verkauft.

Aber seitdem er dem Weber ein Hrebik schuldet, Gäng’s.

Sei so Liebs, Bruder. Wenn ich bei ihm Buhl, schickt er die Graef auf mich und ich lande im Graves. Er ist doch so ein Knausriger.

Dein Antoni Marino“


Beim Cornelius! Ich muss los“, sagte der Weiser.

Bevor ein Ungewitter losbricht.“ Erste Wolken waren bereits am Himmel zu sehen. „Ich hab’ gar keinen Schirm dabei.

Und Zimmermann ehrlich, ich hab nichts weiter vor. Vielleicht hat der Burger auch noch ein schönes Casetou, das er mir verkaufen könnte.“

Oh Weh! Na dann Benedix. Sonst kommt der Nicolaus und du stehst immer noch hier.“


Kurz Forderkunz erreichte der Weiser die Bergkuppe. Es war noch Heel. Oben stand ein Haus aus Lehmann. Es war in einem erbärmlichen Zustand.


Walter!

Das ist ja die reinste Nagel-Gallery“

Stieß der Weiser hervor.

Ich erwartete ein ordentliches Höddinghaus.“


Auf dem Nonnenberg kam ihm schließlich der Burger Friedrichs entgegen.

Seibel, Burger, wie siehst du denn aus, ganz Fricke. Und deinen Herrensitz kannst du auch niemandem zeigen. Vielleicht solltest du mal wieder Karchern“


Ganz ruhig, Weiser. Holzamer, aber mir fehlt der Holzer. Seidel so gut und bring nächstes Mal einen mit, wenn du kommst. Aus Clasen. Der ist ein super Neugebauer.“

Und was ist mit dir passiert, dass du so Grühn im Gesicht bist?“

Meyer, nach dem langen Winter habe ich nun einen Zeller-Schock. Aber halb so wild.“


Magst’ ein Lämmel kaufen? Und einen Wein trinken?“

Nun, das Willis meinen, nach dem ganzen Stress. Auf uns, Szolyovsky!“

 

Christian Mehrmann
Studienreferendar
Wentzinger-Gymnasium Freiburg