Geburtstagsfeier zum 300. unseres Namenpatrons

Geburtstagsfeier zum 300. unseres Namenpatrons

Wentzinger wäre sehr stolz gewesen, wenn er am 300. Geburtstag seiner eigenen Feier hätte beiwohnen können - auf sich aber noch viel mehr auf die Ehre, die ihm Schüler und Lehrer des Wentzinger Gymnasiums engagiert, facettenreich aber insbesondere gekonnt erwiesen haben. Die Fachschaften Musik und Bildende Kunst haben sich mächtig ins Zeug gelegt und versucht, Wentzingers Zeit, den Geist des späten Barock und der frühen Klassik, für zwei Stunden aufleben zu lassen und den Zuhörern und Betrachtern zu vergegenwärtigen.

Hauptredner des Abends war unser Kollege Dr. Torsten Gass-Bolm, Geschichtslehrer an unserem Gymnasium, der - eingerahmt von künstlerischen Beiträgen - Wentzinger als einen Zeitgenossen schildert, der in einer Zeit des Standesdenken und -dünkel als Bürger (also Nichtadeliger) und Künstler zu hoher Ehre und finanziellem Reichtum gelangt ist. Der Bilderhauer, Maler und Architekt als Beispiel für ein aufstrebendes Bürgertum, das sich eigentlich erst Ende des 18. Jahrhunderts von den festgefahrenen Macht- und Sozialkonstellationen befreien konnte. (weitere Details zu seinem Leben siehe unten im BZ-Artikel.)

T. Gass-Bolm schildert den Anfang der 70er Jahre ausgefochtenen Streit um die Namensgebung unserer Schule. Das damalige Kollegium war doch eher dem Schriftsteller, Dichter und Journalisten Heinrich Heine als Zeitkritiker und Vorkämpfer der Demokratie zugeneigt; er erschien in einer Zeit der Demokratisierung nach der Studentenbewegung 1968 ein geeigneterer Patron als der Barockkünstler Wentzinger. Doch auch Wentzinger, so Gass-Bolm, kann als Vorbild gelten für die Leitidee der Errichtung der Wentzinger-Schulen: ein Mensch, der es aus Verhältnissen heraus, die es ihm gesellschaftlich durchaus erschwert haben, aus eigenen Kräften geschafft hat, sich eine selbstbestimmte Lebensplanung und ein erfolgreiches Berufsleben zu erarbeiten und gesellschaftlich verantwortungsbewusst zu handeln.

Zuvor hatte Schulleiter OStD W. Gillen als Ehrenkirchener seinen ehemaligen Mitbürger dem Publikum vor Augen geführt - ideell aber auch materiell: insofern die Schule nämlich von der Stadt Freiburg resp. dem Museum für Stadtgeschichte eine Replik des Selbstbildnisses Wentzingers (siehe Foto) für die Schule erhalten hat.

Künstlerisch war ebenso einiges geboten. Unter der Leitungen von S. Clasen, C. Brehm und H. Cornelius haben die Orchester und der Oberstufenchor Werke von Wentzingers Zeitgenossen Händel, J.S. Bach und Sohn Carl Philip Emanuel aufgeführt. Solistin: Elke Schächtele (Violine, Jahrgangsstufe 13). Weitere Details zum Programm siehe unten. Es ist erstaunlich, in welch kurzer Zeit die Musikabteilung an unserer Schule ein solch hochwertiges Programm zusammmenzustellen in der Lage war.

Die von Musiklehrerin A. Kopp neugegründete Theater-AG hat sich zwischen den musikalischen Beiträgen in Kooperation mit Th. Speier, Freiburger Schulprojektwerkstatt mit Szenen aus Wentzingers Leben eingeschaltet und in humoriger Weise wichtige Stationen des Künstlers dem (bedauerlicherweise sehr klein geratenem) Publikum in Erinnerung geholt, um in einem zweiten Teil Gedichte, die dem Themenkreis "Jahreszeiten" (im Hinterhof des Wentzinger Hauses stehen diese als Skulpturen Wentzingers) entnommen waren, darstellerisch zu kommetieren.

Ein besonderen Augenschmaus boten einige Mädchen der Musikklasse 10b unter der Leitung von A. Mock, die mit tollen Kostümen und bewundernswerter Haltung drei Tänze aus dem Barock und der Klassik aufgeführt haben. (Beachte die Bilder von David Laukart.)

In der Pause durfte das Publikum die Werke der Fachabteilung Bildende Kunst geniesen, die gleichermaßen Werke Wentzingers als Anlass nahmen, modern plastisch und zeichnerisch/malerisch zu antworten. Auch hier mögen die Bilder (siehe Bilder von Hrn. Schächtele unten) genauere Auskunft geben. (unten weitere Informationen)

Michael Weh

Bilder von Herrn Schächtele

Bilder von David Laukart

BZ-Artikel zum 300. Geburtstag

Programm des Abends:

 

Georg Friedrich Händel (1685-1759):
Menuett D-Dur aus der „Wassermusik“

Unterstufenorchester:
Leitung: Susanne Clasen

Begrüßung

OSD Wolfgang Gillen

Georg Friedrich Händel (1685-1759) :
Menuett F-Dur aus der „Wassermusik“

Unterstufenorchester: Leitung: Susanne Clasen

Johann Christian Wentzinger (1710-1797) – Künstler, Bürger, Unternehmer

Torsten Gass-Bolm

Tänze des 18. Jahrhunderts:
Leuchterbransle, Menuett, Contretanz (Anglaise)

Schülerinnen der 10b mit Andreas Mock

De Wentzinger will….
Szenenfolge zu einer historischen Begebenheit, animiert von den Charakterköpfen am Wentzingerhaus.

Musiktheater-AG
Regie: Thomas Speier
Leitung: Andrea Kopp

Kunst in der Pause:

Ausgewählte Werke von Johann Christian Wentzinger :
Powerpoint – Präsentation

Manfred Dolde

Figürliche Gestaltung eines Schlusssteines für einen Fensterbogen Ton gebrannt, ca. 20cm hoch

Neigungsfach BK 13.1:
Leitung: Siegbert Quitzsch

Gewand²- Tuchkompositionen im Quadrat:
Leinwand, Holz, Pappe, weiße Farbe

Pflichtkurs 13.1, 2-stündig:
Leitung: Siegbert Quitzsch

Kohle/Kreidezeichnungen zu den Jahreszeiten  

Klasse.11 :
Leitung: Manfred Dolde

Wentzingers Büste - neu interpretiert               

Kurs 12.1:
Leitung Manfred Dolde

Programm zweiter Teil:

Johann Sebastian Bach (1685-1750):
Violinkonzert a-Moll, 1. Satz: Allegro

Orchster, Solistin: Elke Schächtele
Leitung: Carmen Brehm

Jahreszeiten

Szenischer Lyrikvortrag mit Gedichten von Zeitgenossen Wentzingers und Gästen aus späteren Jahrhunderten: 1. G.F.Klopstock, 2. J. W. Goethe, 3. Th. Storm, 4. M. Opitz, 5. L. Hölty, 6. G.B. Fuchs, 7. M. Claudius.

Musiktheater-AG

Regie: Andrea Kopp, Thomas Speier (FSPW)

C. Ph. E. Bach (1714-1788): Magnificat, 1. Satz.

Chor und Orchester

Leitung: Carmen Brehm, Heiner Cornelius