Seminarkurs Wirtschaft Bundespreisträger

Das Wentzinger Gymnasium Freiburg gewinnt den diesjährigen “Jugend und Wirtschaft Preis“ der F.A.Z. und des Bundesverbandes deutscher Banken

Schülerinnen und Schüler des Seminarkurses Wirtschaftsjournalismus am Wentzinger Gymnasium Freiburg gewannen den Bundespreis, den die Frankfurter Allgemeine Zeitung in Kooperation mit dem Bundesverband deutscher Banken vergab.

Von den Jugendlichen, die am Projekt “Jugend und Wirtschaft“ der FAZ in Kooperation mit dem Bundesverband deutscher Banken teilnehmen, wird verlangt, dass sie nicht nur die F.A.Z lesen, sondern auch selber Wirtschaftsartikel verfassen, wobei die Besten auf den Wirtschaftsseiten erscheinen.
14 SchülerInnen haben diesen den Kurs gewählt, den das Wentzinger Gymnasium unter der Leitung von Marc Buhl eingerichtet hat, um die Lesekompetenzen zu erweitern und die wirtschaftlichen, kulturellen und politischen Themen in den Alltag zu holen. Sie gewannen den Bundespreis und damit 5000 Euro und eine Reise nach Berlin.
Franziska Müller-Trefzer bekam außerdem einen Einzelpreis, da von ihr zwei herausragende Artikel erschienen. Diese handelten von einer der führenden Baumschulen in Europa, sowie einem Unternehmen, welches den Gummiabrieb von den Landebahnen entfernt. Zwei weitere Artikel die auch in der FAZ erschienen, wurden von Julia Söhne veröffentlicht, welche von der Schlittenbranche handelt und dem Markt für Elektronische Fußfesseln.
Auf der Preisverleihung sprach die Arbeitsministerin von der Leyen von der “Geschichte hinter der Geschichte“ und bedankte sich bei den Lehrern, „die motivieren und die Köpfe ihrer Schüler weit machen, damit sich in Deutschland weiterhin was bewegt.“ Außerdem sprach sie von „Deutschland als Land der Ideen und der großen Vielfalt“. Für sie sei nicht nur die deutsche Vielfalt mittlerweile Normalität sondern auch die europäische. Genau für diese würde sie weiterhin kämpfen um auch den nachfolgenden Generationen eine europäische Wertegemeinschaft zu sichern. Danach übergab sie zusammen mit dem Hauptgeschäftsführer des Bundesverbands deutscher Banken, Michael Kemmer, dem Vorsitzenden des Kuratoriums der FAZIT- Stiftung Wolfgang Bernhardt und der FAZ- Herausgeber Holger Stelzner die Preise.

Nur wenige der Schüler können sich in Zukunft vorstellen als Journalistin zu arbeiten, jedoch habe das Projekt für alle Schüler den sinnvollen Zweck erfüllt, dass der Wirtschaftsteil nun “nicht mehr so attraktiv sei wie eine Nasennebenhölenentzündung“, sondern spannend zu lesen sei, wie eine Teilnehmerin zu Protokoll gab. „Für mich hat das Projekt mehr als nur mit Wirtschaft zu tun. Auf Leute zu gehen, Kontakte knüpfen, Gespräche führen um gewünschten Informationen zu erhalten und diese dann zu formulieren sind wertvolle Nebeneffekte, die ich nicht mehr missen will“, meinte Julia Söhne, eine der Preisträgerinnen des Kurses.

Wie Ursula von der Leyen in ihrer Rede betonte: „Die Wirtschaft hilft nicht um Jugendpreise zu gewinnen sondern spielt vielmehr eine wichtige Rolle in unserem Leben. Die Welt verstehen und sich in ihr sicher bewegen.“

Hier der Original-Artkel von Franziska (FAZ vom 15.9.2011)

 

Interview mit Franziska Müller-Trefzer geführt von Julia Söhne


Frau Müller- Trefzer einen Wirtschaftsartikel zu lesen fällt vielen schon schwer, verstehen Sie überhaupt, was Sie schreiben, gerade in Zeiten in denen nicht mal mehr Fachleute Bescheid wissen?


In meinen Artikeln geht es um Wirtschaftsunternehmen und nicht um den kompletten Wirtschaftsapparat. - Ich schreibe ja nicht über Banken oder die Eurokrise, sondern über Unternehmen.


Was zeichnet Ihre Artikel aus ?

Meine Artikel enthalten aussagekräftige Zitate, sowie viele wichtige Zahlen, Daten und Fakten. Ein gewisser „Zaubertrank“ darf natürlich nie fehlen.

Für unsere Lesern, was ist denn ein Zaubertrank ?!

Mit Zaubertrank ist ein Wirtschaftsthema gemeint, was entweder für jedermann interessant ist, womit jeder im Alltag konfrontiert wird, sich über die Herkuft jedoch keine Gedanken macht, oder wo es sich um Unternehmen handelt, weche ungewöhnliche Dienstleistungen erbringen.

Was sagen Sie zu dem Kommentar der Arbeitsministerin Ursula von der Leyen „Viele denken, Wirtschaft sei nur etwas für Freaks“?

Vor dem Projektbeginn habe ich den Wirtschaftsteil immer gekonnt überlesen. Mittlerweile habe ich gemerkt, dass Wirtschaft genauso interessant sein kann wie Politik. Beides betrifft meine direkte Zukunft. Die Schulden die Deutschland heute macht, werden wir Jugendliche morgen abbezahlen müssen.

An welche Grenzen sind sie im Laufe ihrer Arbeit gestoßen und wie haben Sie diese überwunden ?

Bei meinem ersten Artikel über die Baumschule beantwortete mir der Geschäftsführer all meine Fragen in einem offenen Gespräch; bis auf eine. Die Frage nach dem Umsatz blieb unbeantwortet. Für meinen Wirtschaftsartikel ein umbedingtes Muss ! Daraufhin recherchierte ich im Internet um mögliche Hinweise auf die Umsatzzahl zu erhalten. Dabei stieß ich auf einen Artikel, indem Branchenkenner dem Umsatz schätzten. Mit diesen Zahlen konfrontierte ich den Geschäftsführer, der diese dann mehr oder weniger bestätigte.

Zahlt sich Hartnäckigkeit am Ende also immer aus?

Ja, natürlich. Bei journalistischen Tätigkeiten muss man notfalls mehrfach nachfragen und alle möglichen Quellen zu Hilfe ziehen um das gewünschte Ziel zu erreichen. Was einem natürlich nicht immer gelingt.

Ihnen ist es jedoch gelungen. Hatten Sie einfach nur Glück mit der Themenwahl?

Hinter dem Unternehmen steht immer auch mindestens ein Geschäftsführer. Dabei hatte ich Glück dass ich an Menschen geraten bin, die mich in meinem Vorhaben unterstützt haben.

Nach welchem Schema suchen Sie überhaupt die Themen für Ihre Artikel aus ?

Ich bin an der Baumschule Bruns, meinem ersten Thema, vorbeigefahren und als es konkret um die Wahl ging, habe ich mich an die großen Bäume erinnert und mich gleich danach darüber informiert. Mit offenen Augen durch die Welt laufen und sich immer fragen, wo was herkommt hilft einem enorm.

Würden Sie das Projekt weiter empfehlen, bzw. welchen Nutzen tragen Sie davon ?

Ich würde es auf alle Fälle weiter empfehlen. Wo hat man sonst die Möglichkeit mit Geschäftsführern und Verbandsvertretern zu sprechen und Ihnen Fragen stellen zu dürfen? Außerdem lernt man Steine aus dem Weg zu räumen, selbstständig zu arbeiten und komplexe Sachverhalte einfach zu formulieren.