Wenzinger: Weltmann und Wohltäter

Besiegelung des SWR-Kooperationsvertrages mit den Wentzinger Schulen

Am 13. April 2011 wurde die dreijährige Schul-Kooperation zwischen dem Wentzinger Gymnasium, der Wentzinger Realschule und der Paul Hindemith Grundschule mit dem SWR-Sinfonieorchester unterzeichnet. Das Ganze läuft unter dem Projekt "Musiklabor". ( Labor zu lat. arbeiten, Arbeits-und Forschungsstätte ). Das Kinderkonzert "Mondtuch" mit einer Erzählung von Ute Kleeberg wurde zum Auftakt aufgeführt. Anschließend spielte die Big Band des Wentzinger Gymnasiums fetzige Stücke. Begrüsst wurden die Gäste durch SWR Hörfunkdirektor Bernhard Hermann der von singenden Kindern der Paul Hindemith Grundschule abgelöst wurde.Mit starkem Einsatz schloß sich die Bläsergruppe der Wentzinger Realschule an. Die ebenfalls anwesende Frau Stuchlik zeigte ihre Begeisterung über die reiche Bildungsregion Freiburg. Die Schulleiter/in der beteiligten Schulen unterzeichneten dann feierlich den Vertrag, es folgte eine Laudatio von Herr Gillen, Schulleiter des Gymnasiums. Die Krönung lieferte zum Abschluss der Schulchor des Gymnasiums mit Teilen der Gospel Mass von Robert Ray.

Bilder und Bericht: Anna Huber, Michael Mayer und Beate Vollmer

siehe auch BZ-Bericht vom 19.4.2011

Bilder (Lisa Wolf)

Hier das Grußwort unseres Schulleiters OStD W. Gillen:

Liebe Schülerinnen und Schüler, verehrte Gäste!

Am 25. März berichtete die Badische Zeitung von einem sehr bemerkenswerten Experiment:
Das Royal Philharmonic Orchestra London spielte drei Stunden lang vor einem außergewöhnlichen Publikum. Geladen waren mehr als 100 verschiedene Topfpflanzen. „Hoffentlich klingt der Klang in den Pflanzen nach und führt zu einem echten Wachstumsschub“, so der Dirigent Benjamin Pope. Sie sehen, der Glaube an die Wirksamkeit der Musik treibt so manche Blüte – hier vielleicht sogar im wörtlichen Sinn.

„Musiklabor“, so der Titel unserer Kooperation, die wir hier und heute öffentlich besiegeln werden. Dies klingt auch nach Experiment. Und in der Tat es ist auch ein Experiment. Was uns mit der Londoner Versuchsanordnung verbindet, ist der Glaube an die Macht des Klangs, an die besondere Wirkung der Musik.

Aber es gibt etwas, das uns hier in Freiburg wesentlich unterscheidet. Es ist das Publikum. Von uns Pädagogen sagt man, wir hätten es mit „Zöglingen“ zu tun. Ähnlich wie Pflanzen, sollen natürlich auch junge Menschen sich entfalten, wachsen und gedeihen. Aber dieser Vergleich hinkt. Bildung meint weit mehr als wachsen und gedeihen lassen.

Das wissen wir bereits aus der Antike. Ausgerechnet die Musik war es schon vor zweieinhalb Tausend Jahren, die zusammen mit der Astronomie und den Disziplinen der Mathematik das zum Ausdruck brachte, was wahre Bildung ausmacht. Daran hat sich aus meiner Sicht nicht viel geändert, auch wenn so manche Wissenschaft inzwischen dazu erfunden wurde und so Mancher seine Wissenschaft gerne den sieben freien Künsten hinzuaddieren möchte.

Nein, es ist und bleibt die Musik, die als Spiegel kosmischer Harmonie einen unverzichtbaren Beitrag leistet, die Seele des Menschen zur Entfaltung zu bringen. Genau hier liegt der Grund, weshalb Musik schaffende Künstler und Pädagogen sich zusammentun sollten. Deshalb war es auch für uns Schulmeister keine Frage, das Kooperations-Angebot des SWR-Sinfonieorchesters spontan anzunehmen.

Wenn ich „uns“ sage, dann meine ich damit die drei Schulen, die mit Neugier und Spannung im Musiklabor dabei sind: die Paul-Hindemith-Grundschule, die Wentzinger-Realschule und das Wentzinger-Gymnasium. Wir drei Schulleiter: Frau Petzold, Herr Brandes und ich sind von der großen Chance, die sich mit dieser Kooperation bietet, voll und ganz überzeugt; denn wir leiten alle drei je eine Schule, in deren Leitbild die musikalische Erziehung eine tragende Säule ist.

Für die Schüler ist es aufregend zu sehen, wie sich in einem großen Orchester einzelne Stimmen zu einem beeindruckendem Ganzen zusammenfügen, wie viel Können, Präzision und Disziplin jedes Einzelnen dazu erforderlich ist, damit das Ganze gelingt. Das motiviert und spornt an – nicht nur im Musikunterricht. Hier wird implizit noch Vieles mehr vermittelt, was junge Menschen auf dem Weg zur Entwicklung ihrer Persönlichkeit brauchen. Schon das Wort macht es deutlich: Persönlichkeit hat etwas mit Klang zu tun.

Umgekehrt, denke ich, ist es auch für Sie als Mitglieder eines so renommierten Orchesters eine Bereicherung zu sehen, wie sich junge Menschen für Musik begeistern lassen. Vielleicht ist es eine kleine Reise in Ihre Kinder- und Jugendzeit; denn ohne frühe Begeisterung wären Sie sicher nicht das geworden, was Sie heute immer noch mit Begeisterung sind.

So sehen wir in der Kooperation des SWR Sinfonieorchester mit unseren Schulen ein Projekt, bei dem jeder nur gewinnen kann. Wir sind sehr dankbar, als schulische Partner an diesem Gewinn teil haben zu können und werden deshalb die Kooperations-Vereinbarung in freudiger Zuversicht unterzeichnen.

Wir wünschen uns und allen Beteiligten von Herzen nicht nur einen guten Start sondern viele klangvolle Abenteuer auf dem Weg zum unserem gemeinsamen Ziel.

Wolfgang Gillen, am 13. April 2011 im Konzerthaus Freiburg