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Abitur 2008 - Rede des Schulleiters Wolfgang Gillen (gekürzt)

(An die Begrüßung und Danksagungen schließt sich an...)

... Dieses Abitur 2008 ist nicht nur für Sie, liebe Abiturientinnen und Abiturienten, ein besonderer Anlass zur Freude und zum Feiern. Auch für ist mich ist unser Abitur etwas Besonderes. Wenn ich hier von „unserem Abitur“ spreche, so deutet dies schon auf die Besonderheit hin. Sie sind der erste Abitur-Jahrgang, den ich vom ersten Schultag am Wentzinger-Gymnasium bis heute persönlich begleitet habe. Eine meiner ersten „Amtshandlungen“ im September 1999 war es, Sie als neue Wentzlinge zu begrüßen. Und ich gestehe Ihnen heute ganz offen: Ich war wahrscheinlich damals viel aufgeregter als Sie es waren. Denn ich ahnte genau so wenig wie Sie, was da so alles auf mich – oder besser: auf uns zukommen würde. Ich kannte mich genau so wenig im Schulhaus aus wie Sie und bin wahrscheinlich noch öfter als Sie im B-Trakt gelandet, obwohl ich in den A-Trakt wollte.

Genau wie Sie musste ich nicht nur in einer neuen Umgebung heimisch werden, auch auf mich warteten viele neue Aufgaben. Manches kannte ich aus meiner Zeit am Faust-Gymnasium, so wie Sie schon einiges aus Ihrer Grundschulzeit mitbrachten. Es gab jedoch manche Herausforderung, die neu war. Ähnlich wie Sie mit dem Übergang in das Gymnasium Schritt für Schritt mehr Verantwortung für sich und Ihren schulischen Werdegang übernommen haben, habe auch ich Verantwortung für den schulischen Werdegang vieler Schüler übernommen – mit einem Unterschied: bei mir ging es nicht Schritt für Schritt. Es glich eher einem großen Sprung, bei dem ich nicht wusste, wo genau ich landen würde. Aber man landet schließlich immer irgendwie – mal weicher, mal etwas härter, und manchmal wird man sogar aufgefangen.

Sie haben mit Ihrem Abitur jetzt eine Punktlandung hingelegt und können von hieraus neues Terrain erobern…

… während ich noch eine Zeit lang dafür sorgen muss, dass unser „gutes, altes Wentzinger“ nicht völlig zusammen bricht. Ihnen wird es ab jetzt sicher nicht mehr so gehen, wie einst ein großer Dichter schrieb: „Denk ich ans Wentzinger in der Nacht, bin ich um den Schlaf gebracht“ – ein wenig beneide ich Sie deswegen schon.

Aber es gibt noch einen zweiten Grund, warum gerade dieses, Ihr Abitur auch für mich etwas Besonderes ist. Fast auf den Tag genau vor 40 Jahren habe ich selbst mein Abitur gemacht. Die Eltern und Kollegen werden vielleicht nachvollziehen können, dass ich dieses Jubiläum mit ein wenig gemischten Gefühlen begehe. Vieles ist mir noch so präsent, als sei es gestern gewesen. Von daher glaube ich, manches nachempfinden zu können, was Sie, liebe Abiturientinnen und Abiturienten, aktuell bewegt. – Aber es ist eben doch nicht gestern gewesen! Es liegen 40 Jahre dazwischen; nicht nur 40 Jahre meines persönlichen Lebens, es sind auch 40 Jahre Zeitgeschichte, die dazwischen liegen.

Düsseldorf Abiturzeugnisübergabe 1968

Dieses Zusammentreffen Ihres Abiturs mit dem runden Geburtstag meines Abiturs möchte ich zum Anlass nehmen, Sie zu einer kleinen, persönlichen Zeitreise in diese Vergangenheit einzuladen. Keine Sorge, ich werde diese Gelegenheit nicht dazu missbrauchen, Ihnen meine Urlaubsfotos zu präsentieren. Vielmehr ist es mir ein Anliegen, an einem Tag, der auch in Ihrem Leben einen ganz besonderen Stellenwert hat, unser gemeinsames Augenmerk darauf zu richten, dass jeder erlebte Moment der Gegenwart stets seine je eigene Vergangenheit hat und damit seine je eigene Zukunft in sich trägt. Aus der Physik wissen Sie, dass die Momentangeschwindigkeit ein Grenzwert ist: die erste Ableitung des Weges nach der Zeit. Ähnlich verhält es sich mit der Gegenwart schlechthin; sie ist immer nur der Grenzwert zwischen Vergangenheit und Zukunft.

Sie kennen vielleicht das sinnreiche Wortspiel, das ich immer gerne meinen Schülern ins Poesie-Album geschrieben habe: „Morgen ist heute schon gestern.“ Dies ist nicht ein Bonmot, das man der Pointe wegen in pseudo-philosophischen Reflexionen über die Vergänglichkeit effektvoll einsetzt. Für mich drückt es vielmehr in äußerst knapper Form aus, dass unser Selbstverständnis im Hier und Jetzt sich aus dem Gestern allererst erschließt und in der Verlängerung dieser Kontinuität sich das Morgen erst sinnvoll gestalten lässt.

Wie war das also damals, Anno ´68? In einem Jahr, das inzwischen schon zu einem Symbol für eine ganze Epoche geworden ist? In einem Jahr, das Sie nur aus den Geschichtsbüchern kennen können und das heute bereits Gegenstand von Präsentations-Prüfungen im Abitur ist.

Wie schon gesagt, es war das Jahr meines Abiturs. Das Jahr, in dem eine Generation Abitur machte, deren Eltern eine Diktatur und einen schrecklichen Krieg überlebt hatten. Diese Erfahrungen haben unsere Kindheit und Jugend geprägt. Nach dem Zusammenbruch des sog. „Dritten Reiches“ und den Entbehrungen der Nachkriegszeit waren die junge Demokratie der Bundesrepublik und der dauerhafte wirtschaftliche Aufschwung für unsere Eltern und auch für uns wahrlich zwei Wunder.

Cadbury-Schokolade und Macintosh’s Schoko-Rolo, die WM 1954 am Radio, der erste Familien-Ausflug mit dem eigenen Auto, der erste SW-Fernseher Ende der 50-er Jahre und „Rock-around-the Clock“ als kleine Plastikscheibe statt als große Schellackplatte: das waren die sichtbaren Zeichen dieser beiden Wunder.

Schön war, dass wir daran glauben konnten, dass immer alles so positiv weiter gehen würde.

Sorgen um einen Arbeitsplatz brauchten wir uns keine zu machen. Im Gegenteil: die Bundesrepublik warb damals im Ausland kräftig um Arbeitskräfte.

Wir glaubten fest an den Segen des technischen Fortschritts. Kunstdünger und Pflanzenschutz würden dafür sorgen, dass bald alle Menschen auf der Welt genug zu Essen hätten, die Erdöl-Reserven galten damals noch als unerschöpflich. Flüsse wurden begradigt und damit zu effizienten Wasserstraßen, und Flurbereinigungen schafften es mit großem Erfolg, dass die kleinen Parzellen mit ihren völlig überflüssigen Ackerrainen einer großflächigen Bewirtschaftung Platz machten. Voller Begeisterung pilgerten wir als Schulklassen zum ersten Atom-Versuchs-Reaktor nach Jülich und waren uns ganz sicher, dass hier der Schlüssel für eine sorglose Zukunft lag.

Und in einem waren wir uns lange Zeit auch sicher: Alles Gute kam aus dem Westen!

Amerika war in jeglicher Hinsicht das große Vorbild. Die Straßen waren breiter, die Häuser höher, die Autos größer, Hollywood traumhafter und Wrigley’s Spearmint kaute sich einfach besser. „The American way of life“ – das war unser Lebensgefühl.

Denn eines war auch ganz klar: Alles Böse war im Osten und der „Eiserne Vorhang“ ging mitten durch unser Land.

Just Ende der Sechziger begann diese heile Welt jedoch zu bröckeln. Denn hinter all diesem Wirtschaftswunder-Glauben und dem verordneten Freund-Feind-Schema von Ost und West verbarg sich auch eine ganz gehörige Portion starren und autoritären Denkens und man erwartete von uns Jugendlichen, wir mögen doch dieses alles unhinterfragt bejahen und dankbar dafür sein, dass es uns so gut ginge. Stimmt: Es ging uns vergleichsweise gut, unvergleichlich viel besser als unseren Eltern in ihrer Jugend. Aber deshalb alles so unkritisch übernehmen zu sollen – das war zu viel verlangt.

Und dass unser einstmals großes Vorbild in Sachen Demokratie, Freiheit und Menschenrechte in Vietnam einen grausamen Krieg führte, bei dem Hunderttausende unschuldiger Menschen ums Leben kamen, das hat unseren Glauben vehement erschüttert. So wurden wir auch unseren Lehrern in Schule und Universität gegenüber kritischer und entwickelten ein gesundes Misstrauen gegen staatliche Autorität. Wir hatten unsere eigenen Wertvorstellungen und oft genug war die reale Politik der damaligen großen Koalition damit nur schwer in Einklang zu bringen.

Nächtelang haben wir uns die Köpfe heiß geredet, Bilder einer anderen Gesellschaft entworfen. Einer Gesellschaft, in der alle Menschen in gleicher Weise am geschaffenen Wohlstand teilhaben sollten. Einer Gesellschaft, in der auch die Kinder aus Arbeiter-Familien die gleichen Chancen auf Bildung und ein Studium haben sollten. (Das Wort „Chancen-Gleichheit“ ist z. B. eine „Erfindung“ aus jener Zeit.) Einer Gesellschaft schließlich, die es unmöglich machen sollte, dass Menschen gegeneinander Krieg führten. Wir waren uns sicher, an der Verwirklichung dieser Ideale mitwirken zu können.

Warum erzähle ich Ihnen das alles, heute, wo die Welt ganz anders aussieht, wo all das bereits Geschichte ist.

Freiburg Abiturzeugnisübergabe 2008

Wie schon gesagt: Wir feiern heute ja gemeinsam unser Abitur, und ich gebe gerne zu, dass ein bisschen Nostalgie dabei ist und die Gedanken, die ich mir anlässlich dieses Abiturs 2008 gemacht habe, mich ganz persönlich etwas anrühren.

Aber es gibt auch einen weniger persönlichen Grund, warum ich den Ausflug in die Geschichte wichtig finde. Wenn ich Ihnen gleich Ihr Abitur-Zeugnis überreiche und Ihnen als Glückwunsch die Hand reiche, dann verbindet sich in gewissem Sinne das Gestern mit dem Morgen. Dieser Händedruck bringt symbolhaft zum Ausdruck, wie Vergangenheit und Zukunft stetig ineinander übergehen.

(Übrigens: Auch der mathematische Begriff der „Stetigkeit“ ist ein Grenzwert. Vielleicht haben Sie diesen Begriff in seiner Abstraktheit als wenig aufregend empfunden; hier findet er jedoch eine sinnfällige Konkretisierung in einem ganz anderen Kontext.)

Ich erzähle Ihnen das also, weil unsere aktuelle Lebenswirklichkeit und unsere gemeinsame Zukunft nur im Bewusstsein der Geschichtlichkeit unseres Lebens begreifbar und damit gestaltbar wird.

Lassen Sie mich dies noch etwas verdeutlichen.

Ich sagte es schon: Zur Zeit meines Abiturs ging eine der sowohl ideologisch wie realistisch unüberwindbarsten Grenzen mitten durch Deutschland. Unsere Abitur-Fahrt ging deshalb natürlich nach Berlin; das war ein absolutes Muss – aber in ein ganz anderes Berlin, als Sie es heute kennen. Der Bau der Mauer saß uns allen noch tief in den Knochen und deshalb mussten wir dieses Symbol der Teilung und Bedrohung mit eigenen Augen gesehen haben.

Gut 20 Jahre später, im Herbst 1989, fiel diese Mauer.

Als ich am Morgen des 10. November 1989 in die Schule fuhr, und im Radio die ersten Stimmen der DDR-Bürger vor westlichen Mikrophonen hörte, liefen mir Tränen über die Wangen. Tränen der Freude, aber auch Tränen, die Zeichen dafür waren, wie sehr wir die Teilung der Welt verinnerlicht hatten und welche Angst wir unterbewusst damit stets verbunden hatten.

Für Sie als Eltern und für uns als Kollegen sind diese Erlebnisse Teil der Lebensgeschichte. Sie, liebe Abiturientinnen und Abiturienten, sind größtenteils in jenem historischen Jahr 1989 geboren. Wir Älteren müssen uns deshalb bewusst machen, dass die nachfolgende Generation nicht mehr in der persönlich erlebten Kontinuität dieser Ereignisse steht.

Sie als junge Menschen sind in einer anderen Welt groß geworden. In einer Welt, in der nicht mehr die konkrete Furcht vor den sowjetischen SS-20-Raketen unterschwellig stets vorhanden war.

Heute sind es die viel anonymeren und deshalb auch viel schwieriger zu kalkulierenden Mechanismen der Globalisierung, die Angst machen. Früher gab es noch den Wettbewerb der politischen Systeme. Hier die freie Markwirtschaft mit dem unerschütterlichen Glauben, dass ein freier Markt auch bürgerliche Freiheit bedeutet. Dort die zum Macherhalt der Funktionäre degenerierte Idee des Sozialismus. Aber dieser Wettbewerb der Systeme hatte zumindest zur Folge, dass sich der Kapitalismus seiner sozialen Verantwortung stellen musste und die sozialistischen Staaten sich wenigstens in Teilbereichen ein freiheitliches Mäntelchen umhängten. Jedes System war somit das kritische Korrektiv des anderen.

Dies ist heute weitgehend weggefallen. Die Marktwirtschaft ist zu einem grenzenlosen Monopoly geworden. Milliarden-Beträge werden binnen Sekunden von Tokio mit einem Zwischenstopp in Hongkong an die Wall Street bewegt – getrieben vom Prinzip der Gewinn-Maximierung. Auf der Strecke dabei bleibt das Bewusstsein, dass sich hinter all diesen Zahlen der Finanzmärkte Werte verbergen, sei es in Form knapper werdender Ressourcen oder in Form konservierter menschlicher Arbeitskraft.

Lebensnotwendige Bereiche, die einstmals zu den wichtigsten Aufgaben der kommunalen Gemeinschaft gehörten, sind dem gewinnorientierte Privatisierungswahn zum Opfer gefallen. Von der Müllabfuhr über Wasser- und Stromversorgung, der Post und dem Personen-Verkehr bis hin zu den Krankenhäusern: nahezu alles in privater Hand. Die Folgen sind deutlich spürbar: Die Energie-Versorgung ist zu einem Selbstbedienungsladen der Stromkonzerne geworden, unrentable Bahnstrecken werden stillgelegt, der nächste Briefkasten ist Kilometer weit entfernt. In die ursprünglich als Solidargemeinschaft entstandenen Krankenkassen wird nur aufgenommen, wer gesund genug ist.

Bei den Schulen zeichnet sich Ähnliches ab. Auch hier sind wir auf dem besten Weg in eine Gesellschaft, in der nur diejenigen sich Bildung für ihre Kinder leisten können, die sich’s leisten können. In den öffentlichen Schulen fallen die Decken herab und fehlen die Lehrer.

Der Ruf nach dem Staat wird nur dann laut, wenn die Kasse auf einmal nicht mehr stimmt. Wenn blauäugige Banker bündelweise faule Hypotheken-Kredite aus den USA kaufen und damit die Spargroschen ihrer Anleger verzockt haben, dann muss der Staat helfen. Dann gesteht man plötzlich ein, dass die Selbstheilungskräfte des Marktes hier schlicht versagen.

Was mich bei all dem am meisten beunruhigt, ist die hemmungslos um sich greifende Herrschaft des Quantitativen. Nahezu überall zählt nur noch das, was sich zählen lässt. Handy-Absatz um 27% gesteigert, Passagier-Aufkommen bei der Lufthansa schlägt alle Rekorde, täglich Tausende PKW-Neuzulassungen in China... die Reihe lässt sich beliebig fortsetzen.

Solange sich Wachstum in steigenden Umsatzzahlen niederschlägt, scheint die Welt in Ordnung. Nach dem Preis dieses ungebremsten Wachstums wird nicht gefragt. Die Konsequenzen des Raubbaus an der Natur sind hinlänglich bekannt.

Menschen werden als sog. „Humankapital“ auf den Tauschwert ihrer Arbeitskraft reduziert, Arbeitsprozesse so atomisiert, dass die einzelnen Bruchstücke möglichst durch jederzeit austauschbare Leiharbeit erledigt werden können.

Selbst vor dem Bildungsbereich macht diese Entwicklung nicht halt. Auch hier, wo es eigentlich darauf ankommen sollte, jedem die nötige Zeit und Zuwendung für seine individuelle Entwicklung zu geben, wird rationalisiert damit hinterher die Bilanz stimmt.

Nun habe ich ein Bild der aktuellen Situation gezeichnet, das so gar nicht zum heutigen Anlass zu passen scheint. Eigentlich sollte ich doch bei einer Abiturfeier mit erbaulichen Worten Freude und Zuversicht verbreiten.

Genau das will ich auch; denn ich bin trotz allem persönlich sehr zuversichtlich!

Ich bin deshalb zuversichtlich, weil ich davon überzeugt bin, dass das Denken in diesen quantitativen Kategorien sich über kurz oder lang selbst ad absurdum führen wird.

Deshalb lege ich mit dem Abiturzeugnis auch eine gute Portion dieser Zuversicht und Hoffnung in Ihre Hände.

Wir haben damals „unser Gymmi“ verlassen mit dem Wunsch und der Hoffnung, ein klein wenig am Rad der Geschichte mit drehen zu können. Und ich denke, es ist uns auch ein klein wenig gelungen. Vieles von dem, was heute in der Gesellschaft und zum Beispiel auch in den Schulen selbstverständlich ist, haben wir mit erkämpft.

Aber viele unserer Ideale sind auch auf der Strecke geblieben, von vielen Entwicklungen wurden wir schlicht überrollt.

Sie gehen von heute an Ihre eigenen Wege; das ist gut so!

Jeder wird seinen Weg finden und – seien Sie sicher – es gibt zwar Umwege aber keine Sackgassen.

Gehen Sie Ihren Weg jedoch auch mit dem festen Willen, ein kleines bisschen am Rad der Geschichte mit drehen zu wollen.

Hinterfragen Sie das allzu Selbstverständliche und entwerfen Sie phantasievolle Gegenbilder. Sie haben ein Recht auf Utopie!

Mir ist bewusst: Gute Ratschläge von Schulleitern bei Abi-Reden sind meist von zweifelhaftem Wert. Aber ausgerechnet als Mathematiker möchte ich sagen:

Seien Sie kritisch gegenüber Zahlen. Schauen Sie stets genau hin, welche Qualität sich hinter dem verbirgt, was die Zahlen quantitativ zu erfassen vorgeben.

„Mehr“ bedeutet meistens nicht: besser.

Zahlen sind die radikalste Form, Dinge und Menschen ihrer Eigentümlichkeit zu berauben. 71 Abiturienten ist die Statistik des Jahrganges 2008 am Wentzinger. In Wirklichkeit sind es 71 unverwechselbare, junge Persönlichkeiten. Jeder Einzelne mit seinem individuellen Schicksal, seinen Ängsten, seinen Freuden, seinen Hoffnungen.

Versuchen wir gemeinsam sicher zu stellen, dass in Zukunft Qualität statt Quantität Maxime unseres Handelns ist.

Dann bin ich sicher, Sie in eine lebenswerte Zukunft zu entlassen.

Wolfgang Gillen


Gillen