Literarischer Abend am Wentzinger-Gymnasium

Literarischer Abend am Wentz Juli 2014 - Thema Gerechtigkeit

 

BIld„Nicht nur die toten Fische schwimmen mit dem Strom, auch die lebenden tun es, aber die lebenden Fische schwimmen die Flüsse zum Laichen teilweise auch wieder hoch, die lebenden Fische denken nach, sie checken immer mal wieder, ob es in die richtige Richtung geht- und notfalls ändern sie sie. Und wir? Wir sollten den Mut haben, gegen den Strom zu schwimmen, den Verstand, zu wissen, wann wir gegen den Strom schwimmen und müssen, und die Toleranz, andere gegen den Strom schwimmen zu lassen, was uns vielleicht manchmal stört, verletzt oder nervt, aber letztendlich notwendig ist, weil jeder ein Recht darauf hat, und wir von denen, die gegen den Strom schwimmen, genauso lernen und profitieren können, wie von denen, die mit dem Strom schwimmen.“

Dieser Schluss aus Magdalena Wejwers hervorragendem Essay „Gegen den Strom schwimmen“ ist nur ein Beispiel für die übrigen, engagiert geschriebenen Schülerbeiträge aus den Klassenstufen 5, 7, 8, 9, 10 und der Kursstufe, die an diesem Abend von einer Jury aus Deutschlehrern vorgetragen wurden, untermalt durch Klaviermusik von der Klassik bis zum Jazz. Das Motto „Gerechtigkeit“, das den zum zweiten Mal im Wentzinger-Gymnasium stattfindenden Schreibwettbewerb bestimmte, wurde in einer unglaublichen inhaltlichen Breite und Tiefe über literarische Texte vermittelt, in denen u.a. Ungerechtigkeit in Bangladesch (Annika Schwacha) und Afrika (Dina Hanke) beschrieben oder die Frage thematisiert wurde: „Ist Freiburg gerecht?“(Stefanie Heitzmann) Lena Müller aus der Klassenstufe 5 kreierte eine Geschichte über das geheimnisvolle Tal der Gerechtigkeit, während Anastasia Basina einen dreißigseitigen Romananfang mit dem Titel „Neun Schritte zur Gerechtigkeit“ vorlegte. Mathilda Jelittos Kurzgeschichte „Betäubt“, die von einer im Koma liegenden Ich-Erzählerin handelt, beeindruckte die Jury und das Publikum nicht nur auf Grund des Inhaltes, sondern auch mittels der unterschiedlich gewählten Erzählperspektiven. Aus der Geschichtswerkstatt der Klasse 8e mit dem Inhalt, Stolpersteine in Freiburg zu putzen und Ich-Biographien über das Schicksal der in die Steine gemeißelten Namen zu schreiben, wurden zwei zutiefst anrührende Beiträge von Deborah Krzyzowski und Juri Früh vorgelesen, die sich mit dem Leben der ehemaligen Freiburger Bürger Siegmund Lay und Franziska Steinitz unter der Verfolgung der Nationalsozialisten beschäftigt haben. Am Ende der Veranstaltung übergab die Jury allen Schülern als Dank für ihren Einsatz und Erfolg Sonnenblumen, an fünf Schüler wurden Buchpreise verliehen und darüber hinaus erhielten zwei Schüler Publikumspreise.

Dagmar Casetou

 

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