Austausch-Bericht: Wir in Sarasota, Florida (USA)

Austausch-Bericht: Wir in Sarasota, Florida (USA) 2012

Voller Vorfreude und Erleichterung, einen der sechszehn Plätze für den Amerikaaustausch ergattert zu haben, sahen wir, die Tage runterzählend, der Abfahrt ungeduldig entgegen. Kaum ein interessanteres Austauschprogramm hätte unser aus Florida stammender Englisch- und Biologielehrer erstellen können. Die perfekte Mischung aus einem kulturübergreifenden High School- Austausch und der hautnahen Erforschung bedrohter Ökosysteme (Everglades, Korallenriffen, etc.) machte diesen Austausch schon von vornerein zu einem einmaligen Abenteuer. Dennoch gab es für uns, wie bei jedem anderen Austausch auch,  einige Regeln zu beachten, um eine entspannte Stimmung innerhalb der Familie zu bewahren und so viele neue Kenntnisse und Erfahrungen wie möglich mitzunehmen. Eine der Wichtigsten: „Use your English“ und „Say yes whenever you can“; denn einer der Hauptvorteile, neben den tollen Erlebnissen und den neuen Freundschaften, ist die Möglichkeit, der englischen Sprache vertraut zu werden.

Dann, am 28.04.2012 vor der Schule, war es endlich soweit und wir machten uns schon ganz früh am Morgen auf die langersehnte Reise nach Sarasota, Florida. Mit Neugier und Spannung erwarteten uns unsere Gastfamilien, um uns endlich persönlich begrüßen zu können und vor allem das luftfeuchte Klima überraschte uns gleich zu Beginn.

Doch das war längst nicht die einzige Überraschung für uns. Wir staunten nicht schlecht, als wir an unserem ersten Schultag an der Riverview High School ankamen, denn die Unterschiede zu unserer Schule in Deutschland waren deutlich festzustellen. Wir fanden ein von Grund auf sauberes und absolut hoch modernes Schulgebäude vor, ausgestattet mit „Active Boards“ und Touchscreen. Die Lehrer haben jeweils ihr eigenes Klassenzimmer und Schüler können ihren Stundenplan individuell aus sieben selbstgewählten Fächern zusammenstellen. Sehr ungewöhnlich für uns war es, dass kaum einer mit öffentlichen Verkehrsmitteln zur Schule kam, denn entweder man fuhr selbst mit dem Auto oder wurde von seinen Eltern gebracht.

Durch den täglichen Sprachgebrauch, erreichten wir das Ziel, unser Englisch zu verbessern und es wurde schon fast zur Gewohnheit auf Englisch zu antworten. Die Zeit nach Schulende war jedes Mal erlebnisreich, oft ging man in die Mall oder traf sich mit den anderen Austauschschülern am Strand. Am Wochenende hatte man dann noch mehr Zeit, Sarasota und Umgebung kennenzulernen und viel zu sehen.

Es waren zwei selbstständige und unvergessliche Wochen in Sarasota, in denen wir viele Eindrücke von Amerika bekamen, aber auch Missverständnisse über Deutschland aus der Welt schaffen konnten. Es herrschte durchgehend eine super spaßige Stimmung und unsere Gastfamilien waren unglaublich herzliche Menschen, sodass wir uns von Anfang an, als ein kleiner Teil der Familie fühlten. Wir haben definitiv eine langwierige Freundschaft zu unseren Austauschpartnern geschlossen und wollen den Kontakt um jeden Preis aufrechterhalten. Und wer weiß? Vielleicht wird es sogar in ein paar Jahren ein Wiedersehen geben.

Am Morgen vom 10. Mai trafen wir uns alle an der Riverview High School, um zu unserer Rundreise aufzubrechen.  Nach einem traurigen Abschied ging es dann an der Westküste Floridas in Richtung Süden. Unsere letzte Möglichkeit noch einmal Proviant einzukaufen und die beiden Busse zu betanken bekamen wir in Fort Meyers, einer kleinen Stadt kurz vor dem im wahrsten Sinne des Wortes „Niemandsland“. Die Everglades, ein Nationalpark und Indianerreservat mit einem auf der Welt einzigartigen Ökosystem. Zunächst wurden wir mit einem Airboat hinaus  in die Wildnis befördert um uns dort dann aus nächster Nähe Alligatoren anzusehen. Auch trafen wir auf Bisons und wilde Pferde. Es war für uns alle eine gigantische Erfahrung.  Auch die Nacht in einem Strohhäusschen zu verbringen war sehr erfahrungsreich. Einzuschlafen inmitten der Natur und zu wissen, dass die besonderen Tiere, wie zum Beispiel Snappy, unser nächtlicher Alligatorbesuch und viele weitere kleine Störenfriede, um einen herum krochen, war schon eines der abenteuerlichsten Erlebnisse schlechthin. Während das Licht bei den Mädchen schon seit Stunden erloschen war, gab es in der Jungshütte bis in den frühen Morgen hektisches Bewegen von Taschenlampen.

Am nächsten Morgen, noch im Morgengrauen ging es früh morgens nach Key West, einer Insel im Süden Floridas.  Wir fuhren ungefähr vier Stunden auf einer Brücke durch den Ozean. Links und rechts sahen wir nur Türkises Meer soweit das Auge reicht. Und auch Key West war so schön wie wir es uns erträumt hatten. Wunderschönes Meer, dazu das beste Wetter  und eine schöne und friedliche Atmosphäre in der Stadt. Kulturell hatte die Stadt sehr viel zu bieten. Wir fühlten uns dem amerikanischen Autor Hemmingway  an vielen Gegenden sehr nah.  Wir besuchten sein Wohnhaus, sahen seine Lieblings Plätze und lasen gemeinsam seine Werke.

Endlich durften wir auch den Inhalt unsres Meeresbiologiebuches hautnah erleben.  Zu schnorcheln, war für uns alle eine einzigartige  und wunderschöne Erfahrung. Wir fanden in den Korallenriffen Riff Haie, Schildkröten und Fische wie im Bilderbuch.

Am nächsten Tag ging es nach Miami. Schon auf der Fahrt erstaunten uns die heftigen Vermögensunterschiede der Bewohner der Stadt. Neben extrem reichen Menschen, sah man die obdachlosen, armen Menschen.  Wir erkundeten alle zusammen die Stadt und den Strand. Die Stadt hatte so viele kulturelle Seiten, da es so viele verschiede Menschen, mit der verschiedensten Herkunft gab, das erkannte man zum Beispiel gut in dem Stadtteil „Little Havanna“.

Von Miami aus traten wir dann unseren Rückweg nach Deutschland an. Wir hatten alle eine wunderschöne und erfahrungsreiche Zeit in den 3 Wochen in Amerika und freuen uns bereits jetzt schon sehr auf den Gegenbesuch.  Außerdem hoffen wir, dass dieses abenteuerliche Austauschprogramm im Wentzinger-Gymnasium weiterhin bestehen wird, denn es ist unserer Meinung nach eine bereichernde Erfahrung, von der jeder Schüler träumt und nur profitieren kann.

Wir möchten uns auch sehr herzlich bei unseren zwei begleitenden Lehrern bedanken: Hr. Graves und Frau Schulte-Frohlinde haben wir diese wertvolle und sehr gut gelungene Zeit in Amerika zu verdanken, die wir niemals vergessen werden.


Bericht von Larissa Wallat und Julia Merz

 

Bilder (W. Graves)