Kalifornien-Austausch April/Mai 2017

Kalifornien-Austausch Mai 2017

Das German American Partnership Programm (GAPP) ist das größte Partnerschaftsprogramm für deutsche und amerikanische Schulen. Im Mai fand dieser GAPP Schüleraustausch zwischen dem Wentzinger Gymnasium und der Gunn Highschool in Palo Alto statt.

Jeder glücklich einen der nur 16 Plätze für den Austausch bekommen zu haben, flogen wir also am Freitag dem 5. Mai von Frankfurt nach San Franzisco. Nach der langen Reise kam jeder in seiner Austauschfamilie in Palo Alto an, den ersten Abend verbrachten wir jeweils in den Familien um diese kennen zu lernen. Am nächsten Morgen erkundeten wir gemeinsam mit unseren amerikanischen Austauschschülern die Innenstadt Palo Altos durch eine lustige Rallye und am Abend gab es noch eine „welcome party“ mit Grillen und Pool. Den Sonntag verbrachten wir in unseren Familien.

1Unser erster Schultag begann mit einem Frühstück und wir deutschen versuchten dem amerikanischen Schülern im Deutschunterricht etwas unter die Arme zu greifen. Fortan würden wir deutschen Schülern immer unseren Austauschpartnern in deren Stunden folgen, wobei uns viele Unterschiede zwischen einem deutschen Gymnasium und einer amerikanischen high school auffielen: Abgesehen davon, dass die Gunn high school technisch deutlich besser ausgestattet war (so war beispielsweise für jeden Schüler ein MacBook bereit), ein deutlich größeres Schulgelände mit Schwimmstrecke, Footballfeld, Fußballfeld, Baseballplatz sowie Krafträumen hatte und etwas andere Regeln (beispielsweise die freie Handynutzung) war es für uns deutsche Schüler auch interessant andere Fächer als die uns bekannten zu besuchen. So gab es beispielsweise einen Kochkurs, einen Automechanikkurs oder einen Theaterkurs.

Wenn wir in den nächsten zwei Wochen nicht mit unseren Partnern in den Unterricht gegangen sind haben wir Ausflüge unternommen. So durften wir beispielsweise einen Firmensitz von SAP anschauen und einen Workshop machen, die Google Headquarters besichtigen oder unserer Kreativität an 3D Druckern oder am Green Screen in den Maker Studios freien Lauf lassen. Diese Ausflüge wurden uns durch Eltern der amerikanischen Schüler ermöglicht, die in den Firmen arbeiten. Am Wochenende hatten wir wieder freie Tage, die wir mit unseren Familien verbrachten, die meisten gingen dann unter anderem nach San Franzisco. Nach weiteren gemeinsamen Unternehmungen wie einem Themenabend zu „der Welle“ (Roman, der auf einer wahren Geschichte basiert, die in Palo Alto stattfand), einem Ausflug in den Great America Freizeitpark und schließlich der „Goodbye Party“ am Freitag trafen wir uns am Samstag am Flughafen, um von San Franzisco nach Los Angeles zu fliegen.

Angekommen in LA checkten wir in unser Hotel ein und genossen anschließend noch einen Spaziergang über den Walk of Fame, den Ausflug von einem Hügel aus auf LA bei Nacht und den Pool. Am nächsten Tag machten wir dann einen Ausflug nach Santa Monica wo wir die Möglichkeit hatten shoppen zu gehen und ins Meer zu gehen, den bekannten Venice beach zu erkunden oder Volleyball zu spielen. Am nächsten Tag sind wir nach einer langen Autofahrt in einer Wüste angekommen, wo wir zunächst ein kleines Picknick machten, dann eine kleine Wanderung bei der die meisten mehr auf den Felsen rumkletterten als zu laufen. Danach sind wir weitergefahren und schließlich im heißen Palm Springs angekommen, wo wir uns zunächst im Pool abkühlten, dann noch zusammen Pizza essen gegangen sind.

Die Wüste konnten wir am nächsten Tag noch besser kennenlernen, als wir bei über 40°C entlang des Baches einer Oase zu einem Wasserfall gewandert sind. Am Abend hatten wir noch Zeit in den Pool zu gehen oder beispielsweise Karten zu spielen. Die letzte Station unserer Reise war dann San Diego, dort angekommen machten wir nach dem Einchecken ins Hotel eine Rundtour entlang des Hafens mit Flugzeugträgern woraufhin jeder dann im Gaslamp Quarter in Kleingruppen essen gegangen ist. Nach dem Frühstück am nächsten Morgen fuhren wir in eine Shopping Mall wo es so viele Läden Gab, dass wir fast den ganzen Tag dort verbracht haben.

Im Anschluss fahren wir an den Strand, wo wir noch einmal baden und Fußball oder Volleyball spielen können. An unserem letzten ganzen Tag dürfen wir selbst entscheiden, was wir tun wollen (beispielsweise „Little italy“ anschauen) bis wir dann gegen 15uhr gemeinsam ans Meer fahren, wo sich jeder Essen geholt hat und wir gemeinsam den wunderschönen Sonnenuntergang über dem Pazifik anschauten.

Am Morgen des 27. Mai war es dann soweit, die Heimreise stand an. Traurig, dass diese tolle Zeit vorbei ist, doch genauso glücklich Teil des Austauschs sein zu dürfen und diese unvergessliche Reise gemacht zu haben flogen wir also zurück nach Frankfurt um dann in Freiburg von unseren Familien Abgeholt zu werden.

Nach diesen 3 erlebnisreichen Wochen, konnten wir es kaum erwarten bis die Amerikanischen Austauschschüler uns in Deutschland besuchen kamen. 2 Wochen lang blieben die Schüler aus Amerika bei uns und lernten die Schule kennen, aber machten auch viele Ausflüge durch die Region rund um Freiburg. 2 Wochen später hieß es dann endgültig Abschied nehmen, denn nach diesen 2 Wochen sind die Amerikaner noch weiter durch Deutschland gereist um dann schlussendlich nach 3 Wochen Aufenthalt in Deutschland zurück nach Amerika zu reisen. Wir hoffen natürlich, das die Amerikanischen Schüler den Austausch genauso genossen haben wie wir und das sich neue Freundschaften gebildet haben.

Zum Schluss wollen wir unseren Dank aussprechen an den Freundeskreis des Wentzinger Gymnasiums, Optik Nosch, Kieferorthopädie Dres. Helling/Hübler/Röder, Keimfarben GmbH, Schwabentor-Apotheke (Rigobert Guth), Jürgen Kopp Backshop Sundgauallee, Herrenknecht und Zahner Feinkost, die uns durch Spenden diesen Austausch finanziell erst so ermöglicht haben. Ein ganz besonderer Dank im Namen der gesamten Schülergruppe gilt natürlich Herrn Buhl, Frau Schulte Frohlinde und Frau Schroeppel, die uns diese lebenslange Erfahrung ermöglicht haben.

Marlon Koch und Daniel Friedrich

 

Unser Besuch bei SAP

Von Freiburg in die IT- und Innovationsschmiede Silicon Valley: Wir sind eine Gruppe von 16 Schülern aus der zehnten Klasse, die dieses Frühjahr im Rahmen eines Schüleraustausches mit der Henry M. Gunn Highschool unter anderem die Möglichkeit hatte, den SAP-Standort in Palo Alto zu besuchen. Als wir voller Neugier und Vorfreude ankamen, wurden wir sehr nett empfangen und erstmal in die Kaffeeküche geführt, um es uns bei Bagel mit Cream Cheese gutgehen zu lassen. Dann wurden wir über das Gelände bzw. durch verschiedene Bürogebäude geführt und konnten so einen Einblick von der Arbeitsumgebung der Mitarbeiter gewinnen. Danach besichtigten wir den d-shop und konnten den äußerst interessanten Arbeitsraum mit den dort stehenden 3D-Druckern, VR-Brillen und anderen technischen Innovationen bewundern und erkunden. Dieser werkstattähnliche Raum soll die Kreativität der Mitarbeiter aktivieren, indem sie dort mit Materialien und Technologien "herumspielen" können, um so Einfallsreichtum und neue Ideen zu fördern.

Ein Mitarbeiter erklärte uns die Vorteile und vielseitigen Anwendungsmöglichkeiten von 3D-Druckern. Danach hatte jeder Schüler die Möglichkeit eine Virtual Reality-Brille selbst auszuprobieren. Sehr interessant war auch die „Augmented Reality-Brille“, bei der man die Umgebung sieht, jedoch Animationen einfügt sind. Für uns war dies sehr faszinierend, da wir so etwas noch nie davor anprobiert hatten. Als nächstes lernten wir einen Mitarbeiter kennen, der uns von der Rolle der SAP Software in der digitalisierten Wirtschaft und seiner Tätigkeit bei SAP berichtete und uns mit Informationen zu SAP als globalem Konzern und speziell dem Standort Palo Alto versorgte. Wir Schüler waren sehr interessiert und versuchten so viele Informationen wie möglich in uns aufzusaugen.

Nach einer kurzen Lunch-Pause, in der wir mit Sandwichs versorgt wurden, waren wir nun nicht mehr nur Zuhörer, sondern konnten unserer Kreativität während eines Workshops freien Lauf lassen. Der besagte Workshop handelte von der Methode des Design thinkings für die Produktentwicklung. Dabei ist das Ziel kreative Lösungen für Probleme und Anfordeungen der Kunden zu entwickeln. Wir als Schüler bekamen die Aufgabe unseren Austausch neu bzw. besser zu designen und Dinge, die aus unserer Sicht fehlerhaft waren, zu verbessern. Da wir bis dahin keine Erfahrung in diesen Bereich hatten, bekamen wir eine sehr freundliche Einweisung und uns stand immer Unterstützung zur Seite.

Wir Schüler empfanden den Workshop als sehr informativ und lehrreich. Allgemein kann man nur ein großes Lob an SAP aussprechen. Man hat sich gleich aufgenommen gefühlt und wurde die ganze Zeit über freundlich und sehr zuvorkommend behandelt. Des Weiteren haben wir viele neue interessante und coole Eindrücke gesammelt, alle unsere Fragen wurden sofort ausführlich beantwortet. Viele hatten nach diesem Tag direkt Lust sich bei SAP auf eine Stelle zu bewerben.

Unsere ganze Gruppe möchte sich nochmals ganz herzlichst bei SAP für diesen tollen Tag bedanken. Wir hoffen, dass es Ihnen genau so viel Spaß gemacht hat wie uns.

Mit herzlichen Grüßen,

die Schülergruppe vom Wentzinger Gymnasium aus Freiburg

Ein Bericht von Lukas Barden und Malte Hölker

 

 

Die Welle

Im Rahmen unseres Schüleraustausches in das kalifornische Palo Alto ergab sich für uns, 16 Schüler des Wentzinger-Gymnasiums, die Möglichkeit, einen Abend mit Teilnehmern des Experiments zu verbringen und ihre Meinungen und Erinnerungen mit uns zu teilen.

Die Welle war ein sehr radikales Experiments eines Lehrers der „Cubberley High School“ in Palo Alto, um seinen Schülern im Geschichtsunterricht das Leben im Dritten Reich näherzubringen. Bei dem Experiment, das 1967 stattfand und fünf Tage andauerte, krempelte der sonst eher kumpelhafte Ron Jones seinen Unterricht komplett um und nutzte Methoden, wie sie auch im Nationalsozialismus verwendet wurden, um den Schülern die Dynamik einer Massenbewegung zu verdeutlichen. Unter anderem sollten sich alle, die zu dem Projekt gehörten, mit einer bestimmten Geste begrüßen. Das Experiment geriet schnell außer Kontrolle, als andere Schüler ihren Unterricht schwänzte,n nur um Teil der scheinbaren, neuen Bewegung zu werden. „Die Welle“ wurde so zum Leben einiger Schüler.

Dank einer Gastfamilie hatten wir nun die Möglichkeit zwei der damaligen Teilnehmer zu treffen. Zunächst schauten wir uns alle gemeinsam die Dokumentation zu dem Experiment an und anschließend erzählten sie uns ihre Erlebnisse. Sie hoen immer wieder ihr großes Vertrauen in ihren Lehrer hervor, da er bereits zuvor ähnliche, aber harmlosere Experimente mit seinen Schülern durchgeführt hatte. Daher hatten sie zunächst auch Spaß an „The Wave“ und waren sehr motiviert und bereit, an dem Experiment teilzunehmen. Es war toll zu sehen, wie ehrlich sie uns ihre Perspektive erklärten und sich nicht davor scheuten zu sagen, dass es ihnen auch Spaß gemacht hatte und sie diese Art des Unterrichts und auch Lebens gepackt hatte und nicht nur sie, sondern eigentlich alle Teilnehmer dazu bereit waren, fast alles für das Projekt zu tun, das immer weniger Experiment und immer mehr Alltag wurde. Selbstverständlich gab es auch kurze Momente, in denen sie Zweifel bekamen, gerade zum Schluss des fünftägigen Experiments. Interessant war zu sehen, was für eine Verbundenheit die Schulkameraden hatten, obwohl sie sich seitdem nicht mehr oft gesehen haben. Man hat gemerkt, dass sie durch das Projekt eine besondere Verbindung und eine gewisse Verbundenheit haben, und es war toll zu sehen, wie sie zusammen in Erinnerungen schwelgten. Beide bereuen nicht, Teil des Experiments gewesen zu sein, da es ihnen im Nachhinein viel gelehrt hat, auch über sich selbst, allerdings wären sie dagegen, „Die Welle“ zu wiederholen, da es doch auch gefährlich sein kann, da viele Schüler leicht durch Gruppenzwang mitgerisssen wurden.

Ron Jones hat nach dem Projekt nicht mehr als Leher gearbeitet, und aus der „Cubberley High School“ wurde ein Gemeindezentrum. Viele der ehemaligen Teilnehmer versuchen, ihre Erfahrungen an Schüler wie uns weiterzugeben.

Der Abend war sehr gelungen und ich denke, alle, die an diesem Abend teilhaben durften, haben viel über „Die Welle“ gelernt. Daher möchten wir uns abschließend bei allen bedanken, die uns diesen Abend und diese neuen Erlebnisse möglich gemacht haben, vor allem bei den ehemaligen Schülern, die so offen über ihre Erfahrungen gesprochen haben.

Carlotta Heinecke

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