Bericht über Montpellier 2018

Bericht über den Austausch nach Montpellier

Bild1Montag, der 12.03.

Am Montag, den 12.03. ging es endlich los! Wir haben uns alle um 12h an der Falkenbergerstraße getroffen und nachdem alle da waren, ging es mit einem Bus nach Mulhouse. Dort hatten wir etwa 45 min Aufenthalt. In der Zeit konnten wir durch den Bahnhof laufen, und wenn wir der Meinung waren, wir hätten nicht genug zu essen dabei, konnten wir uns noch etwas holen (das traf aber bei fast keinem zu, da die meisten mit einem Rucksack kamen, der randvoll mit Süßkram, Chips und anderem war).

Um 13:59 fuhr dann unser TGV in Richtung Montpellier ab. Jetzt hieß es nur noch 5 Stunden fahren, und wir waren da. Die Zeit vertrieben wir uns mit essen, Karten spielen und unseren Freunden. Kurz bevor wir ankamen, konnte man bei den meisten schon die Aufregung sehen. Wir stiegen alle aus dem Zug aus und wurden herzlichst von unseren Gastfamilien in Empfang genommen. Von da an trennten sich unsere Wege, wir verabschiedeten uns für diesen Tag von unseren Klassenkameraden, und verbrachten einen schönen Abend bei unseren Austauschpartnern.

Dienstag, der 13.03.

Die Franzosen haben uns Informationen über Montpellier in Form von Präsentationen vorgetragen. Danach wurden wir in verschiedene Klassen aufgeteilt, um das Unterrichtsschema kennenzulernen. In den Pausen bilden sich Grüppchen, genau wie in Deutschland, doch in Frankreich konnte man deutlich sehen, wo sich die coolen, sportlichen, und beliebten Schüler befanden. Die Franzosen redeten viel im Unterricht, doch so etwas hat den Lehrer nicht besonders gestört. Viele Schüler hatten einen Laptop statt Stift und Papier und manche Schüler gingen während des Unterrichts ans Handy, was den Lehrer wiederum auch nicht interessierte. Nach der Schule sind wir in die Stadt gegangen und uns haben uns selbst durch die Stadt geführt, indem einige der deutschen Schüler kleine Vorträge über die Stadt hielten. Nach den Vorträgen durften wir für zwei Stunden alleine in der Stadt herumlaufen. Auffallend war, dass die Franzosen nicht besonders auf den Verkehr achten, wie bei Rot über die Straße zu laufen oder dass die Autos bei Zebrastreifen nicht anhalten wenn ein Fußgänger durch will. Um 18 Uhr haben wir uns mit unseren Austauschpartnern am place de la comédie getroffen. Danach sind die meisten mit ihren Austauschpartnern zu Mc Donalds gegangen. Dann sind wir in den Park gegangen und haben gegessen. Einige Zeit später sind dann aber alle wieder nach Hause gegangen.

Mittwoch, der 14.03.

Am Mittwochmorgen sind wir in den Stadtteil „La Paillade“ gefahren, um dort mit nordafrikanischen weiblichen Einwanderinnen zu reden.

Die Organisation Tin Hinan, die den Frauen, zwischen 18 und 70, Französisch beibringen, aber ihnen auch helfen will, ihre Rechte in Frankreich kennen zu lernen, gibt es seit 1999. Die Frauen dürfen freiwillig zu diesem Kurs kommen, müssen dann aber mindestens 2 Mal die Woche anwesend sein. Für die Kinder bis drei Jahren der Frauen, die in ihren Kursen sind, gibt es eine Krippe. Nachdem die Frauen und wir uns gegenseitig Fragen gestellt haben, gingen wir noch in die dortige Markthalle und stärkten uns.

Das Programm war ab dem Mittag vorbei, die meisten Deutschen aßen anschließend mit den französischen Austauschschülern zu Mittag.

Donnerstag, der 15.03.

Wir besuchten an diesem Tag die Ausstellung „Nous et les autres“ im Département-Archiv Pierres Vives, welches zwischen der Innenstadt von Montpellier und dem Stadtteil la Paillade liegt. Dies soll als Zeichen der Verbindung zwischen der Banlieue, dem Armenviertel und der Innenstadt sein.

Die Ausstellung handelt von Rassismus. Wir erhielten einen Einblick in die Stufen bis hin zum Rassismus. Dazu bekamen wir einen Film gezeigt, wie wir Menschen vorverurteilen. Danach ging die Führung weiter zu einer Wand, an welcher veranschaulicht wurde, wo Rassismus eigentlich herstammt und wann er entstand. Unsere Führerin erklärte uns alles sehr verständlich und auch anschaulich. Nachdem wir dies erklärt bekamen, wurden wir in zwei Gruppen geteilt und schauten zwei Filme. Die eine Gruppe sah einen Film über den Genozid in Ruanda und einen über die Nazis. Daraufhin schauten wir uns eine Grafik über die menschliche Genetik an. Am Ende des ersten Teils unserer Führung bekamen wir wieder einen kurzen Film über die Medien in Hinsicht auf Rassismus gezeigt. Im zweiten Teil unserer Führung bekamen wir das zweite Stockwerk des Gebäudes gezeigt, welches eine Bibliothek und ein Archiv ist. Unserer Führerin erklärte uns auch vieles über die Architektur des Gebäudes, da es ein sehr besonderes ist. Viele Menschen sagen es ähnelt einem Raumschiff, doch es soll einem Baum ähneln. Die Bibliothek ist gefüllt mich Büchern aller Art, Computern und Bereiche für Kinder. Es war alles in allem ein sehr interessanter und informativer Besuch, alles war sehr anschaulich und verständlich dargestellt.

Am Nachmittag wurde in Gruppen kreativ gearbeitet. Wie erstellten Lied zum Thema des Austauschs: Zukunft ohne Krieg und Rassismus. Die Stücke wurden aufgenommen.

Freitag, der 16.03.

Am Freitag, den 16. März haben wir uns um 8:15 Uhr an der Schule getroffen, woraufhin wir gemeinsam mit den Franzosen mit einem Bus zur Kleinstadt 'Aigues-Mortes' gefahren sind. Anfangs hatten wir etwas Zeit, um uns dort umzugucken und Essen oder Mitbringsel zu besorgen. Die Stadt ist von einer Mauer umgeben, deren Burgturm, welcher früher als Gefängnis für protestantische Frauen diente, später von uns gemeinsam mit einem Führer besichtigt wurde. Der Führer hat uns, sogar auf Deutsch, viel von den damals dort herrschenden Lebensbedingungen und einer durch ihre lange Gefängnisstrafe bekannt gewordenen Frau, Marie Durand erzählt. 

Nach der Besichtigung sind wir dann mit dem Bus innerhalb von ungefähr 15 Minuten an den Strand gefahren, wo wir dann gemeinsam gepicknickt und viele Bilder gemacht haben. Das Wetter war sehr schön, weswegen einige trotz relativer Kälte sogar ins Wasser gegangen sind. Wir sind dann gegen 16:00 mit dem Bus wieder zurück zum Lycée gefahren und wurden dann ins Wochenende in unsere Gastfamilien verabschiedet.

Es war ein sehr schöner Tag mit viel Sonne und einem tollen Strand, der uns viele Eindrücke und Erinnerungen geschenkt hat.

Montag, der 19.03.

Am 19.03. trafen wir uns noch einmal alle um 8h in der französischen Schule, um uns zu verabschieden, und um uns bei dem französischen Lehrer (Monsieur Markakidis) zu bedanken. Um 9h verließen wir dann die Schule mit gemischten Gefühlen, denn auf der einen Seite waren wir froh, dass wir wieder nach Hause kamen, aber auf der anderen Seite war es auch traurig, dass die schöne Zeit im Süden Frankreichs schon vorbei war, und machten uns zu Fuß auf den Weg zum Bahnhof. Dort angekommen hatten wir 30 min Zeit, bis um 9:58 h unser Zug abfuhr. Gespannt warteten wir vor der Anzeigetafel, um zu wissen, zu welchem Gleis wir müssen, da dies in Frankreich erst einige Minuten vor der Abfahrt bekannt gegeben wird. Plötzlich kam aus den Lautsprechern aber eine automatische Durchsage „Code 18“, welche so oft wiederholt wurde, dass alle etwas verunsichert waren. Etwa eine Minute, bevor unser Zug abfuhr, endete dies dann aber wieder und wir bekamen unser Gleis und rannten los. Im Zug erfuhren wir dann aber, dass eine Zugstörung für die dann auftretende Verspätung verantwortlich war. Im Zug angekommen, ging es damit los, dass die meisten sofort ihren Proviant auspackten, und mit dem Essen begannen. Auch dieses Mal vertrieben wir uns die Zeit mit Kartenspielen, essen und, natürlich ganz wichtig, Musik.

Um ca. 15:15h fuhr der Zug dann in Mulhouse ein und wir waren alle enttäuscht, als wir sahen, dass Schnee lag. Schnell liefen wir durch die Kälte – in Montpellier hatte es zum Teil 16 Grad – zu unserem Bus, und fieberten Freiburg entgegen. Als wir dann um 16h in Freiburg ankamen, bedankten wir uns alle noch bei Frau Burger für das Begleiten und bei Herrn Müller für das Planen des Austausches, wir verabschiedeten uns bei unseren Freunden, holten unsere Koffer, und fuhren schließlich heim.

Vielen Dank noch einmal an Herrn Müller!

Die Berichte wurden von Miriam Wiesbrock, Maria Martin, Moritz Schienle, Martina Jarrin-Schwalbe, Julia Oberrieder, Viola Siebert und Nelly Lickert geschrieben. Die Überarbeitung und die Photos wurden von Jan Schoepf gemacht.

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