Am Wetzinger wurde einen ganzen Tag lang Reanimation geübt

Am Wetzinger wurde einen ganzen Tag lang Reanimation geübt (BZ vom 10.2.18 - Kerrin Klüwer)

„Beherzt rangehen und drücken!“, das haben die Ärzte und Rettungsassistenten den Schülern der 8 bis 10 Klasse vom Wentzinger Gymnasium am gestrigen Freitag, 9. Februar, in einem Reanimationstraining deutlich gemacht.

FREIBURG-STÜHLINGER. Die Schule hat in Zusammenarbeit mit Notärzten und Medizinstudenten der Uniklinik einen Tag lang eine Schulung zur Reanimation veranstaltet und Schülern und Lehrern gezeigt, wie Leben im Notfall gerettet werden können.

BildMarc Kroschella schüttelt und kneift die Puppe, die vor ihm auf dem Boden liegt. Der 27-Jährige ist Ausbilder beim Rettungsdienst des DRK und eröffnet das Training, das den Schülern des Wentzinger Gymnasiums die lebensrettenden Maßnahmen vertraut machen soll.

Der Raum ist warm und die Schüler sammeln sich um den Puppenkörper, der auf einer roten Matte auf dem Boden liegt. "Erst einmal müssen wir feststellen, ob die Person lediglich schläft oder das Herz wirklich still steht" sagt er. Dann beginnt Kroschella zu pumpen: "Ihr müsst euch mit eurem ganzen Gewicht reinlehnen."

Schon seit etwa 15 Jahren gibt es am Wentzinger Gymnasium eine Sanitäts-Arbeitsgemeinschaft, die sich einmal in der Woche trifft und sich um die Erstversorgung bei kleineren Unfällen kümmert. Daniel Neugebauer, Leiter der AG, bildet die Schüler selbst in Erste-Hilfe Kursen aus und besucht regelmäßig die Oberärztin Petra Hederer im Universitätsklinikum, um das Wissen der Schüler aufzufrischen.

Die Idee zur schnellen Hilfeleistung soll nun in die Schule gebracht und ausgeweitet werden. "Wir erreichen mit dem Training mehr als 400 Menschen", sagt Hederer, die die Veranstaltung mit Neugebauer koordiniert. 16 Klassen nehmen während des Tage am Training teil. Den Schülerinnen und Schülern sollen auf diese Weise gewisse Verhaltensregeln dafür vermittelt werden, was in einem Ernstfall zu tun ist. Außerdem sollen sie ihr Wissen weitergeben.

"Viele denken, sie machen etwas falsch und trauen sich nicht, gleich zu helfen. Dabei ist es wichtig, beherzt ranzugehen", sagt der 55 Jährige Fred Burgert, der selbst Rettungsassistent ist und bei der Ausbildung der Schüler hilft. Acht Minuten dauere es im Schnitt, bis der Rettungswagen vor Ort ist. Mit jeder Minute sinkt die Überlebenswahrscheinlichkeit um 10 Prozent.

Zwei der zehn Helfer an diesem Tag wurden vom Universitätsklinikum freigestellt, alle anderen helfen ehrenamtlich. Die Gruppe besteht aus Notärzten, Medizinstudenten und Rettungsassistenten unter anderem von den Maltesern und dem DRK. Es ist ihnen ein Anliegen, ihr Wissen weiterzugeben und die Chance auf die Rettung von Menschen zu erhöhen, die einen Herzstillstand erlitten haben.

Auch bei den Schülern findet das Projekt Anklang. Die 14-jährige Maja Tritschler hat gelernt, welche Maßnahmen sie ergreifen muss, um jemanden wiederzubeleben: "Ich hätte nicht gewusst, was ich tun muss, wenn da jemand liegt. Jetzt weiß ich besser Bescheid und kann helfen."

 

zurück zur Schülerseite