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Junge Experten sind gefragt - BZ vom 07.12.2012

Zukunftsakademie der Stiftung Kinderland: Junge Experten sind gefragt

Magdalena Wejwer und Carla Schoenen haben in Stuttgart über Zukunftsthemen diskutiert.

Carla Schoenen (links) und Magdalena Wejwer haben in der Zukunftsakademie viel über den Umgang mit Wasser gelernt. Foto: Nikola Vogt

UMKIRCH/FREIBURG/STUTTGART. Magdalena Wejwer (15) aus Umkirch und Carla Schoenen (16) aus Freiburg haben vor kurzem ihre Taschen für einen ganz besonderen Kurztrip gepackt. Die zwei Schülerinnen sind zur Zukunftsakademie der Stiftung Kinderland Baden-Württemberg nach Stuttgart gereist. Zusammen mit 23 anderen Jugendlichen und unterstützt von drei Experten haben sie sich intensiv mit dem Thema "Wasser" auseinandergesetzt. Ganz wichtig war den Schülerinnen dabei eines: "Wir haben uns ernst genommen gefühlt."

Genau das wollte die Zukunftsakademie erreichen. In sogenannten "Open-Space-Workshops", die sich durch formale und inhaltliche Offenheit auszeichnen, konnte unter den Mottos "Jeder ist wichtig und motiviert" oder "Ungeplantes und Unerwartetes ist oft kreativ und nützlich" diskutiert werden. "Das war ganz anders als in der Schule", meint Carla.

Aus der Zukunftsakademie viel für den Alltag mitgenommen

Der Direktor des Instituts für Angewandte Geowissenschaften sowie der Lehrstuhlinhaber für Wasserchemie und Wassertechnologie vom Karlsruher Institut für Technologie haben die jungen Leute in den Workshops begleitet und ihnen vor allem Diskussionsanreize gegeben. "Man hatte schon Respekt vor den Experten, aber wir haben uns vor allem ernst genommen gefühlt", sagt Magdalena. Mal in eine ähnliche berufliche Richtung zu gehen wie die Professoren, können sich beide Mädchen gut vorstellen. Und auch für ihren Alltag haben sie viel mitgenommen. "Zum Beispiel darauf zu achten, dass das Wasser nicht unnötig läuft", sagt Magdalena.

Nicht die Schule war es, die Carla und Magdalena auf den Trichter mit der Zukunftsakademie brachte, beide haben rein aus persönlichem Interesse teilgenommen. Mit einem Motivationsschreiben mussten sie sich für die Zukunftsakademie bewerben, mitgemacht haben letztlich Schüler verschiedener Schularten zwischen 15 und 18 Jahren, mit denen Magdalena und Carla auch nach dem gemeinsamen Wochenende in Kontakt bleiben wollen.

Die Stiftung Kinderland ist eine Unterstiftung der Baden-Württemberg-Stiftung. Zweck ist der Ausbau von kinder- und familienfreundlichen Strukturen. Die Stiftung möchte Ideenwerkstatt für Modellprojekte und Chancengeber sein. Die Zukunftsakademie soll Jugendliche für Zukunftsthemen begeistern und ermutigen, aktiv zu werden. Neben dem Thema "Wasser" standen die Themen "Kommunikation" und "Mobilität" auf dem Programm. Jugendliche bekommen die Chance, mit Experten aus Wissenschaft und Praxis über Zukunftsfragen zu diskutieren, Neues zu erfahren und Perspektiven zur Bewältigung der anstehenden Herausforderungen zu entwickeln.

Wenn die Zukunftsakademie im nächsten Jahr wieder angeboten wird, möchten die Schülerinnen gerne nochmal teilnehmen. In der Zwischenzeit würden sie sich wünschen, dass auch im Unterricht mehr über den zukünftigen Umgang mit Ressourcen gesprochen würde. "Bei mir zuhause ist das ein großes Thema, aber im Unterricht wird viel zu wenig über erneuerbare Energien gesprochen", findet Carla. Da konnte ihr Magdalena nur zustimmen.

 

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