Peter Adler BZ vom 27.8.16

Peter Adler, ehemaliger Schulleiter des Wentz, wird 80 (BZ vom 27.8.16)

Peter Adler Foto: Rita Eggstein

 

Seinen 80. Geburtstag feiert Peter Adler an diesem Samstag im ganzen kleinen Kreis, nur mit seiner Frau Dorothea. Weil so viele Freunde im Urlaub sind, hat der ehemalige Schulleiter des Freiburger Wentzinger-Gymnasiums die große Party auf Anfang Oktober verlegt.

Dann werden Gäste aus den unterschiedlichsten Ländern anreisen, unter anderem aus Afghanistan. Für dieses Land hat sich Adler schon engagiert, als er noch in der Schule tätig war, und er tut es noch heute. In der Deutsch-Afghanischen Initiative, die er 2001 mitgegründet hat, ist er weiterhin für Schulpatenschaften und das Eintreiben von Spendengeldern zuständig.

Adler war zwischen 2001 und 2005 ein paar Mal selbst vor Ort. Für drei afghanische Schulen gibt es Patenschulen in Freiburg, in die er immer noch geht, um mit den Schülern zu sprechen. "Ich will bei ihnen das Bewusstsein wecken, dass unsere Situation hier so unglaublich gut ist, dass wir die Verpflichtung haben, uns anderswo zu engagieren, damit die Verhältnisse dort besser werden", sagt Adler.

Diese soziale Verantwortung liegt in seiner eigenen Biografie begründet. Als Neunjähriger hat er erlebt, was Flucht, Vertreibung und Hunger bedeutet. Er floh 1945 mit seiner Mutter vor den russischen Truppen aus seiner Heimatstadt Breslau, wurde von ihr getrennt und fand sie nach dem Kriegsende wieder. Sie lebten noch ein Jahr in Breslau, bis sie vertrieben wurden und letztlich in Goslar im Harz landeten. Dort machte Adler sein Abitur und studierte zunächst in Göttingen Latein, Griechisch und Geschichte. Ende der 50er-Jahre ging er nach Freiburg und wohnte im einzigen Studentenwohnheim, das es damals gab. "Eigentlich wollte ich nur ein Semester bleiben, aber seitdem bin ich hier", erzählt Adler.

Nach Stationen am Droste-Hülshoff- und am Berthold-Gymnasium wurde er mit nur 36 Jahren Leiter des Wentzinger-Gymnasiums, das er zu dieser Zeit für die Schüler aus den neuen Stadtteilen im Westen der Stadt aufbaute. "Das war eine pädagogische Aufbruchstimmung. Wir konnten in dem jungen Kollegium viel ausprobieren." Besonders stolz ist er darauf, dass die Schule einen Musikzug hatte und "das Musische gepflegt hat, was manchmal viel Prägender fürs spätere Leben ist als zum Beispiel Mathe".

 

Noch immer Kontakt zur alten Schule

 

Am Wentzinger startete er Hilfsprojekte für Kolumbien, Äthiopien und Rumänien. "Das wurde unter meinen Nachfolgern zum Glück beibehalten", freut sich Adler, der noch immer Kontakt in seine ehemalige Schule hat. Von 1990 bis zu seiner Pensionierung neun Jahre später war er auch geschäftsführender Schulleiter der Freiburger Gymnasien. Danach suchte er aber erst mal Abstand und ging mit seiner zweiten Frau ins Ausland. Ein Jahr reisten sie durch die USA, dann jeweils ein halbes Jahr durch Australien und Neuseeland – sein Jugendtraum.

Mittlerweile hat er sehr viele Reisen unternommen. Viele Mitbringsel schmücken seine Wohnung. Er ist froh, dass er auch schon in Ländern wie dem Jemen, Libyen und Algerien war, "in die man jetzt nicht mehr sicher reisen kann". Als nächstes will er mit seiner Frau in die Türkei, wo beide schon mehrfach waren und das ganze Land kennen. "Aber nach Istanbul würde ich momentan nicht gehen."

 

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